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Kaum wird's draußen wärmer juckt auch schon wieder im hellgrünen Daumen.

Ich kann es kaum noch erwarten die kleinen Gemüse- und Kräuterpflanzerl wachsen zu sehen! 

 

 

 

Meine ersten Gartenversuche liegen noch gar nicht all zu lange zurück. Mit ein paar wenigen Pflanzerln aus dem Supermarkt und Samen aus dem Baumarkt habe ich mich vor einigen Jahren ran gewagt und meine ersten Küchenkräuter&Tomatenpflanzen in der Wohnung mitten in der Stadt gezogen. 

Vieles hat nicht auf anhieb geklappt, doch die paar Kräuter die überlebt haben und die kleine Tomatenernte, die am Schluss raus geschaut hat, hat mich mit so viel Stolz und Freude erfüllt, dass ich jedes Jahr ein wenig mutiger geworden bin und ich immer mehr versuchen wollte. 

Als sich unsere Wohnung, in den darauf folgenden Jahren, über die Sommermonerte in ein grün bewachsenes Gemüsezuchthaus verwandelte, beschloss ich mit meinem Freund und einigen Freunden gemeinsam die neu gewonnene Gartenlust auf einen kleinen Grund am Stadtrand zu verlagern. Die Vorgabe des Besitzers war es jedoch einen rein biologischer Garten, ohne Spritzmittel, chemische Schutzmittel und ausschließlich Biosaatgut zu bewirtschaften. 

Durch den neu gewonnenen Platz im freien und der Vorgabe eines Biogartens, waren wir gezwungen uns zumindest ein klein wenig mit natürlichen Düngemitteln, Saatgut und Permakultur auseinander zu setzten - so wurde auch mein Interesse am Anbau neuer und mir bis dahin komplett unbekannten Pflanzen größer. 

Bei Jungpflanzenmärkten wie zB dem der ARCHE NOAH gibt es jedes jeden Frühling die Möglichkeit sich mit spannenden Pflänzchen einzudecken und tolle Samen zu erwerben. 

Ohne viel Ahnung versuchten wir uns an Artischocken (die übrigens ganz problemlos gewachsen sind) über Okraschoten& blauen Kartoffeln bis hin zur Sojabohne.

Einiges wollte in unserem Garten jedoch einfach nicht so recht wachsen, vieles klappte wiedererwartend ganz gut.

Der Anbau im Freien stellte uns aber auch jedes Jahr wieder vor neue, uns bis dahin unbekannte Probleme, wie Mehltau, Insekten, Wühlmäuse und Schnecken. Durch das austauschen mit den anderen Neugärtnern und den Tips und Ratschlagen einiger Fachleute, wurden die Ernten dennoch jedes Jahr ein wenig größer. Und das auch ganz ohne Chemischer Hilfsmittel. 

Die Freude war groß! 

 

 

Es grünte so grün (in unserer Wohnung)
Es grünte so grün (in unserer Wohnung)
(R)AUSgewandert in den Gemeinschaftsgarten
(R)AUSgewandert in den Gemeinschaftsgarten

 

Jedes Jahr haben wir von den besten Früchten im Garten Samen abgenommen, aber auch versucht das Saatgut von Bio -Obst und Gemüse vom Wocheneinkauf am Bauernmarkt zu kultivieren. 

Auch durch das  Tauschen von Saatgut mit den Nachbarn, Freunden und anderen Gartenfreunden, sammelten sich viele gut erprobte   Pflanzensamen in unserer kleinen "Samenbank"

 

 

Mittlerweile wohnen wir am Stadtrand und haben hinter unserer Wohnung einen kleinen Grünstreifen den wir zum Garten umgegraben haben ( mit "wir" meine ich eigentlich meinen überaus tollen Freund, der das ganze Stück nahezu alleine umgeackert hat!) Es ist nur ein kleiner Fleck auf dem wir unser Gemüse Anbauen und dennoch sind wir jedes Jahr wieder erstaunt was darauf alles wächst und wieviel wir über den Sommer ernten können. Fachwissen ist dabei gar nicht so wichtig sondern mehr Mut es einfach zu versuchen .....und Geduld- denn immer klappt es eben nicht so wie man es gern hätte. ;) 

 

Der Anbau von sortenfestem Saatgut ist uns hier natürlich noch immer besonders wichtig. denn so bekommen wir nicht nur ganz tolle ,bunte und gesunde Pflanzen, sondern können die Samen im nächsten Jahr wieder verwenden, das ist zum einen viel günstiger und zum anderen fordern wir so den Erhalt alter und mittlerweile leider sehr seltenen gewordener Sorten.

 

 

 

Was heißt denn jetzt eigentlich SORTENFEST und warum ist das wichtig?

 

 

Anja Klein hat das in einem Artikel vor kurzem wunderbar verständlich erklärt:  

 

"wenn ich einen Samen der leckeren Tomate, die ich im Sommer gegessen habe, in der nächsten Saison in die Erde stecke und daraus wächst eine Tomate, die genauso aussieht und genauso lecker schmeckt, dann war das Saatgut samen- bzw. sortenfest. Man spricht auch von nachbaufähigem Saatgut. Ich kaufe das Saatgut einmal und kann dann mit selbst gewonnenem Saatgut Jahr für Jahr die Sorte (also Gemüse mit den gleichen Eigenschaften) nachbauen.

 

Im Gegensatz dazu steht F1-Hybrid-Saatgut als nicht nachbaufähiges Saatgut. Es wird durch Kreuzung zweier Inzuchtlinien gewonnen. Die daraus entstehenden Pflanzen garantieren einen hohen Ertrag und definierte Sorteneigenschaften, geben diese aber nicht an die nächste Generation weiter. Gewinnt man aus F1-Hybriden eigenes Saatgut, wachsen daraus Pflanzen mit nicht vorhersehbaren Eigenschaften heran. Die Folge: will ich die gleiche Sorte noch einmal anbauen, muss ich mir neues Saatgut kaufen."

                                                   

 

 

 

Bei der Züchtung von F1-Hybriden stehen Widerstandsfähigkeit und hoher Ertrag an oberster Stelle. Der Geschmack der Früchte ist hier nicht wirklich von Bedeutung. Die Tomaten im Supermarkt sehen makellos aus, alle beinahe gleich groß und perfekt geformt doch leider gleichen sie sich auch im Geschmack-  meist fade und wässrig. Auch eine Vermehrung dieser Sorten zum eigenen Anbau ist vom Produzenten nicht gewünscht und ist entweder  erst gar nicht möglich oder hat degenerierte Pflanzen zur Folge.  

 

Bei einer Vielfalt von 4000 verschiedenen Sorten schaffen es ohnehin nur sehr wenige in die Märkte. 

Sehr schade wie ich finde, denn viele dieser Sorten haben einen so wunderbaren Geschmack und lassen sich hervorragen zu leckeren und sehr unterschiedlichen Gerichten verkochen. 

 

Aber nicht nur Tomaten gibt es in einer enormen Vielfalt. Auch Gurken, Zucchini, Kürbis, Radieschen, Bohnen, Kartoffeln, Salate und Karotten wachsen bei uns in vielen verschiedenen Farben und Formen.  

 

 

 

Wusstet ihr zB das die Karotte ursprünglich gar nicht Orange war? 

Die Vorfahren der Karotten waren rot, violett oder schwarz gefärbt. Die orangefarbene Karotte ist eine gezielte Kreuzung französischer Landwirte. Laut Legende züchteten die Niederländer orangefarbene Möhren, um das niederländische Königshaus Oranien-Nassau zu ehren. 

 

 

Die Welt steckt voller toller Obst und Gemüsesorten die darauf warten großgezogen und verkostet zu werden, Lasst euch nicht einschränken durch die bescheidene und langweilige Auswahl der Märkte.. Kauft euch gute Samen und versucht euch doch einfach einmal selbst am Gemüse züchten. Auch wenns erst mal nur ein Pflanzerl auf der Fensterbank ist ;) 

 

 

Eine große Auswahl an Sortenfestem Bio-Saatgut findet ihr zB unter:

Reinsaat.at

shop.arche-noah.at

samen-maier.at

 

 

Wer erst mal nur schauen mag was es denn so an unterschiedlichen Sorten gibt, dem empfehle ich einen Besuch am

Archenoah Pflanzenmarkt oder einen Führung bei einen der Bauern und Bäuerinnen  die sich das anbauen alter Sorten und Raritäten zur Aufgabe gemacht haben. 

Wirklich beeindruckend sag ich euch!

 

Wer sich für Gartenarbeit ganz im Einklang mit der Natur interessiert sollte umbedingt Familie Langerhorst in Weizenkirchen besuchen. 

Bei den Führungen durch ihren Garten, gibts Infos zu verschiedenen Themen wie Permakultur, den Anbau von Mischkulturen , die richtige Kompost Aufbereitung und die Verwendung von wertvollen Wildkräutern aus dem Garten. 

 

 

lerning by doing - unser Garten 2017
lerning by doing - unser Garten 2017

Ob Gartenneuling, Gründäumling oder Profi - das Gartenjahr 2018 ist eröffnet und ich wünsche euch einen wundervollen Start in eine saftige, vielfältige und bunte Gartensaison! 

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