erste kulinarische Kostproben

 

Vor einiger Zeit habe ich einen Aufruf gelesen, dabei wurde gebeten von den aller ersten Kochversuchen zu erzählen. 

Gleich nach dem ich das gelesen hatte, schossen mir Bilder in den Kopf und ich erinnerte mich plötzlich an eine fast vergessene Geschichte meiner Kindheit.....

 

 

Wie alles begann...

 

Ich habe liebend gerne in meiner exklusiven Sandküche gekocht.

Sandgugelhupf mit „Schoko“Erdgatschglasur, „Schoko“ Erdkugel mit Wiesenblüten und hin und wieder auch ein „Cocktail" - ein Becher voller Wiese. Köstlich nicht war?

Meine Mama fand es zumindest immer besonders gut - sogar so gut, dass ich sogar manchmal auf Bestellung gekocht habe.

„Machst du mir nochmal so einen guten Schokokuchen?„ fragte sie dann. Und schon war ich dabei einen noch besseren und noch schöneren Sandkuchen für sie zu zaubern.

Irgendwann wollte Ichs dann aber doch mal versuchen und wie „die Großen", einen Kuchen im echten Ofen backen.

Natürlich durfte ich alleine nicht am Backofen herumspielen aber ich war sooo neugierig und mir sicher dass ich mit meinen sandigen Kochkünsten auch einen „ Erwachsenenkuchen“ schaffte.

Zwei ganze Tage hab ich mir still und heimlich Zutaten zusammen gesammelt.

Und ich kann mich erinnern als wäre es gestern gewesen.

 

In der Küche hab es eine Lade, in der Nüsse und Mehl waren - auch für meine kleine Größe leicht erreichbar.

Es ging wohl niemand davon aus dass klein Melissa dafür Verwendung finden würde.

Falsch gedacht, ich hab mir heimlich einige Hände voll genommen und in eine Schüssel gegeben, welche ich dann sorgfältig in meinem Zimmer unterm Bett verstaut habe .

Mittags gab es Kartoffelpüree - mhhh - mein Lieblingsessen als Kind. Was Mittags so gut schmeckt, muss auch in meinen Kuchen, dachte ich mir.

Der Topf mit den Mittagsresten Stand den ganzen Nachmittag am Tresen. In einem unbeobachteten Moment hab ich mir ein paar Löffel stibitzt und lies sie in meine Schüssel wandern.

Am Abend beim Zähneputzen fiel mir auf wie wunderbar fruchtig meine Zahnpasta schmeckte, ein bisschen nach Erdbeere - köstlich! dachte ich mir und hab mir kurz vorm schlafen gehen noch die ganze Tube in die Pyjamahose gesteckt um sie so heimlich in mein Zimmer zu befördern.

Als das große Licht ausging hab ich nochmal meine kleine Nachtischlampe angemacht und die gesamte Tube „Fruchtgenuss" in meine Kuchenschüssel gedrückt, umgerührt und wieder unter meinem Bett versteckt.

 

Am nächsten Tag könnt ich es kaum erwarten loszulegen.

Es war ein schöner sonniger morgen, meine Mutter war den ganzen Tag im Garten am werken.

Ich sprang zwischen meinem Zimmer und der Sandkiste herum und war schwer beschäftigt.

Aus dem Garten holte ich mir Blüten, ein bisschen Wiese und auch noch ein wenig Sand. Alles feinste Zutaten für meinen Kuchen.

Nach und nach brachte ich die Sachen in mein Zimmer und mischte dort den Teig für den wohl weltbesten Kuchen überhaupt.

Am frühen Nachmittag hat meine Mutter Besuch bekommen, sie tranken draußen im Garten Kaffee und ich konnte ungestört an meinem Kuchen arbeiten.

In der Küche gab es ein Kasterl, vollgepackt mit Tupperdosen und Blechgeschirr. Mit den Dingen durfte ich hin und wieder spielen, wobei ich das als ganz kleine Knirpsin viel spannender fand.

Daher wusste ich aber dass sich darin eine Gugelhupfform befand.

Die wurde sorgfältig mit meiner Kuchenmasse gefüllt und in den vorm Mittagessen noch warmen Backofen gestellt.

Den restlichen Tag verbrachte ich draußen. Abgelenkt durch all die Ereignissen des Tages habe ich dann ganz auf meinen Kuchen vergessen.

 

Erst am Abend als meine Mutter das Abendessen zubereiten wollte fiel es mir ein. Sie rief sie mich zu sich, und stellte mich zur rede.Nachdem sie mir eine kleine Standpauke gehalten hatte, fragte sie aber doch noch was ich denn da alles hinein gemischt hätte.

Vorsichtig aber auch ein bisschen stolz erzählte ich ihr von all meinen Zutaten.

Während ich erzählte, wurde ihr zuerst noch etwas finsteres Gesicht immer weicher und am Schluss stand sie fröhlich schmunzelnd vor mir.

Wortlos nahm sie den Kuchen aus dem Rohr und stürzte ihn auf ein Teller.

Da er den ganzen Tag im Rohr vor sich hin trocknen durfte löste er sich wunderbar von der Form. Meine Mutter holte ein Messer und schnitt ein paar der bröseligen Stücke herunter.

„Das hört sich nach einem richtig guten Rezept an, da müssen wir doch ein Stückchen kosten“ meinte sie und tat so als würde sie abbeißen.

„Hmm...Ganz gut für deinen ersten Kuchen" meinte sie, legte das Stück wieder hin und schlug vor uns einen Kakao dazu zu machen .

Mit den zwei Tassen Kakao brachte sie auch noch ein paar echte Schokoladenkekse mit.

Vom Kuchen haben wir an dem Abend nicht mehr viel „genascht", die Kekse vom Mama waren einfach besser.

 

Ich musste versprechen nicht mehr ganz alleine solche Kochprojekte in der großen Küche zu starten, dafür dürfte ich ihr öfter mal beim kochen und backen helfen. Aus diesen Deal ließ ich mich und die darauffolgenden Jahre habe ich viel dazu gelernt.

 

Mittlerweile habe ich die Freude am kochen zu meinem Beruf gemacht und hin und wieder darf mir meine Mama auch mal helfen ;) 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Daniela (Mittwoch, 07 Februar 2018 13:17)

    <3 :) Eine süße Geschichte! Ich wette, der Kuchen war sehr lecker, so wie man es von dir kennt. ;) Lieb von deiner Mama, dass sie ihn gleich "gekostet" hat :D